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Der Alltag der traditionell lebenden Indianer und damit der Tipialltag ist voller
Symbolik. Das wohl bekannteste Symbol ist das des Kreises.
So wie das Kind in das "Rund" des Tipis geboren wurde, verläuft das Leben des Menschen
in einem Kreislauf aus Werden und Vergehen. Die Menschen saßen im Kreis um das Feuer
und auch die Tipidörfer wurden in Kreis- oder Halbkreisform aufgebaut.
Lange bevor das Pferd in Nordamerika (wieder) heimisch wurde, lebten Indianer in den
typischen Kegelzelten. Den größten Teil des Jahres aber verbrachten sie in
festen Wohnstätten, meist Erdbehausungen oder rindengedeckten Unterkünften
je nach Gebiet und Stammesunterschieden. Die Völker bauten Kürbisse, Bohnen
und vor allem Mais an, sammelten Beeren, Pilze und Kräuter und jagten allerlei
Kleingetier. Nur wenn es auf Büffeljagd ging, also im Frühjahr und Herbst,
zogen sie den imposanten Tieren nach und lebten in Tipis.
Mittels vergleichsweise größeren Hunden als die damals in Europa lebenden
wurden die Behausungen transportiert. Die Stangen der Tipis wurden kreuzweise auf
die Hunde gebunden und diese schleppten dann solche, bis zu 6 Meter lange, sogenannte
"Travois" nach. Auf die wurden dann die Zelthaut und die andere Habe gepackt. |
In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts kam dann durch die spanischen Eroberer
erst das Pferd auf, was den Völkern ermöglichte, dem Büffel überallhin
zu folgen. Binnen kurzer Zeit wurden nun die zumeist sesshaften Völker zu vollen
Nomaden, auch die an der Ostküste lebenden Stämme, die sehr früh unter
der Ankunft der Europäer zu leiden hatten. Interessanterweise wurden die Indianer
erst jetzt zu hauptsächlichen Fleischessern, da neben dem Trockenfleisch ja nun
auch das mit den "Weißen" getauschte Salz in großen Mengen zur Konservierung
zur Verfügung stand. Neben dem Fleisch wurde das restliche Tier zur Gänze
verwertet. Aus den Häuten wurden Zelte, Bekleidung, Vorratsbehälter und
Zaumzeug gefertigt. Für Nähzeug, Garn und Bogenbespannung dienten Sehnen.
Aus den Knochen und Horn wurde Werkzeug wie Schaber, Ahlen, Nadeln sowie Schmuck
hergestellt. Das Gehirn schließlich ermöglichte das Gerben der Häute (
Gehirn ist gerbsäurehältig).
Die Tipihaut wurde weißgegerbt, wodurch es im Inneren angenehm hell und
freundlich war. Bereits im vorigen Jahrhundert wurde das Bisonleder durch weißes
Leinen ersetzt. Die Imprägnierung erfolgte durch 24 Stunden langes Räuchern
des Stoffes, indem im Feuer innerhalb des Zeltes grüne harzige Tannen- und
Fichtenzweige verbrannt wurden. Der fette Ruß machte so den Stoff
wasserundurchlässig. |